Verein für Regionalentwicklung Werra-Meißner e.V.


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Der regionale Wirtschaftskreislauf

Grundgedanke eines regionalen Wirtschaftskreislaufs ist es, das Geld in der Region zu binden. Privatpersonen und die örtlichen Unternehmen (z.B. Industriebetriebe, Handwerk, Dienstleister) sind davon zu überzeugen, zunächst die regionalen Angebote zu prüfen und möglichst das Geld in der Region auszugeben. Das stärkt die Region und deren Wirtschaftskraft.

Die Auftragslage der heimischen Betriebe verbessert sich, sie können Arbeitskräfte einstellen, zahlen durch bessere Betriebsergebnisse mehr kommunale Steuern. In der Summe führt dies zu einer positiven Entwicklung der Unternehmen sowie der regionalen Arbeits- und Ausbildungsplätze.

Die Infrastruktur z.B. medizinische Versorgung, attraktive Bildungsangebote, verbessert sich. Lebendige Städte und Gemeinden mit attraktiven Einkaufsmöglichkeiten entstehen. Dadurch steigt die Lebensqualität für alle. Davon profitiert jeder in der Region, auch Betriebe mit überregionalen Absatzmärkten. Das Werra-Meißner-Land profiliert sich als interessanter Arbeits- und Wohnstandort.

Wird das Geld außerhalb der Region ausgegeben, geht es dem regionalen Wirtschaftskreislauf und damit uns allen verloren.


Der Charme des Regionalen

Die nachfolgende Geschichte vermittelt eine Idee, welche synergistischen Potentiale sich hinter einer regionalen (Lebensmittel-)Kette "im Kleinen" verbergen und wie in Regionen intern Wohlstand gewonnen werden kann:

Ein Wirt findet einen 500-Euro-Schein. Hiervon besorgt er sich beim Dorfmetzger Fleisch für sein Wirtshaus. Um seinen Nachschub zu decken, kauft der Metzger mit demselben Schein Schweine beim Landwirt nebenan. Von diesen Einnahmen lässt sich der Landwirt seinen Traktor für 500 Euro beim örtlichen Mechaniker reparieren. Der Mechaniker kauft sich darauf neue Möbel im Wert von 500 Euro beim Schreiner vor Ort. Der Schreiner ist dadurch in der Lage, die Hochzeit seiner Tochter beim Wirt ausrichten zu lassen. Die 500 Euro sind damit wieder zum Wirt zurückgekehrt. Auf dem Weg zur Bank geht dem Wirt der 500-Euro-Schein verloren. Die finanzielle Ausgangssituation ist wiederhergestellt: Zuvor war das Geld nicht vorhanden und am Ende ist es nicht mehr vorhanden. Jedoch hat der Metzger Schweine, der Traktor ist repariert, der Mechaniker hat neue Möbel, die Tochter des Schreiners ist verheiratet und der Wirt hat Fleisch. Durch die hohe Umlaufhäufigkeit ist eine regionale Wirtschaftsleistung von 2.500 Euro entstanden. Hätte der Metzger die Schweine "importiert", dann hätte der Landwirt immer noch einen kaputten Traktor, der Mechaniker alte Möbel und die Tochter des Schreiners wäre noch nicht verheiratet.

(Der Urheber der Geschichte ist nicht bekannt; aus: Der Kritische Agrarbericht 2009, S. 169)